Künstler

Franca Perschen

"zwischen laut und leise liegt die Faszination der Wahrnehmung"

Tusche auf Papier, Kreide, Kohle und Stein auf Mauerwerk, ca. 20 Tuschezeichnungen, 15 x 15 cm, 2009

"Schließen wir die Augen und hören bewusst hin, überqueren wir Flüsse, überwinden Mauern; der Horizont erstreckt sich weiter als der Blick je reichen wird und die Linie wird zum Ausdruck reiner Wahrnehmung." - Franca Perschen

Wir zeichnen meist das, was wir sehen oder geben inneren Bildern und Gefühlen Ausdruck durch die Linie. Immer aber, wenn wir Stift und Papier zur Hand nehmen, zeichnen wir unbewusst auch das, was wir hören. Geräusche fließen in die Zeichnung ein, sie beeinflussen unser Befinden.
Lassen wir ihnen den Vorrang, schließen die Augen und hören mit neuer Aufmerksamkeit, erlauben wir ihnen den direkten Weg zwischen Wahrnehmung und Handeln zu gehen - in die Zeichnung hinein. Ich versuche das Wahrgenommene ungefiltert in die Linie fließen zu lassen. Öffne ich die Augen, setze ich den ersten Blick hinzu. Es entsteht eine kurze Notiz des Momentes. Die außerhalb entstandenen Tuschezeichnungen auf Papier sind auf Zinkblech aufgezogen, ihre Oberfläche ungeschützt. Der damit verbundene Prozess der Veränderung lässt die Zeichnungen Teil des Ortes werden. Sie stehen den direkt auf das Mauerwerk des Ausstellungsraumes gezeichneten Wahrnehmungen gegenüber.
Das Raumgefühl, gemeinsam mit dem, was von Innen und Außen an Geräuschen hineindringt, stellt sich direkt an den Wänden dar. Die Linien aus Kohle, Kreide oder weichen Steinen verblassen mit der Zeit. Was bleibt, ist der Stein und die Idee von Wahrnehmung einer Person in diesem Raum.