Künstler

Marion Linke

"Lost Children"

Installation, 2008/09

"Es blutet die Erde Es weinen die Völker Es hungern die Kinder Es droht großer Tod Es sind nicht die Ketten Es sind nicht die Bomben Es ist ja der Mensch der den Menschen bedroht" - Wolf Biermann

Kinder die zu Soldaten gemacht werden, keine Chance auf eine halbwegs normale Kindheit haben und wir hören im lauten Getöse (der Nachrichten) nicht ihr Schreien. Verstörte Kinder, verstummt in Lärm und Gewalt.
Imaginieren wir beim Betrachten, ausgelöst durch die Patronenhülsen, die laute Gewaltszenerie! Dann die duftigen Kinderkleidchen, leise, still - das Leiden der Kinder. Dieses erzeugt hier die Spannung zwischen "Laut und leise", ausgelöst durch die Ambivalenz der Materialien.
Gehört es nicht mit zu den schönsten Bildern der Kindheit, ein fröhliches Kind auf einem Schaukelpferd zu betrachten? Dieses Pferdchen aus Maschinengewehrmunition jedoch sagt etwas anderes - der Atem bleibt einem im Halse stecken - Faszination und Schrecken stellen sich ein.
Die Installation verweist die Gedanken zu den abwesenden Kindern - abwesend, aus dem Spiel gerissen, aus dem Leben gerissen? Wir hören weg, wir sagen nichts, leise, still, verstummt im Lärmgetöse der Gewalt, zwar nicht hier, aber jetzt.