Künstler

Michael Marx

"Verstummter Schrei"

Installation, 2008/09

"Die Ausgangsmaterialien für meine Werke sind ganz einfache, elementare Materialien, sogenannte arme Materialien, die ihre ursprüngliche Funktion oder Aufgabe nicht mehr innehaben oder in verwandelter Form als Bestandteil im Gefüge des entstehenden Kunstwerkes eine neue Bedeutung bekommen haben." - Michael Marx

Bei dieser Installation handelt es sich vor allem um gebrauchtes, durch diverse Prozesse verändertes, zum Teil gefundenes, oder ganz banal zu entsorgendes, abfallendes Material. Material mit eigener Geschichte, das oft auch unmittelbar mit meiner eigenen existenziellen Realität verwoben ist. Zum Beispiel wird ein ganz gewöhnlicher weißgestrichener Pappkarton zu einem Schicksalsraum für eine kleine Figur, zu einem Gefäß, welches menschliche Tragik beinhaltet und zum Ausdruck bringt.
Aus dem weichen Schaumstoff einer alten Matratze, auf der vorher ein Mensch bequem und weich liegend einen Teil seines bisherigen Lebens verbracht hat, entstehen durch Verschnüren und Zusammendrücken des Materials meine Figuren, die z.T. lebensgroß sind. Oftmals haben die Figuren eine expressive, dramatische Gebärde, womit ich den Fokus auf eine real existenzielle, bedrohliche Notlage menschlichen Seins im Gegenwärtigen richten will. - Das Mitgefühl und das Mitleiden mit dem Schicksal anderer Menschen nicht verkümmern lassen, ist eine nicht ganz einfache Anforderung, mit welcher sich der Betrachter meiner Werke konfrontiert sehen kann. Letztlich sind meine Figuren jedoch Schicksalsträger allgemeiner, immer wiederkehrender, zeitloser menschlicher Existenz, wie sie sich auf dieser Welt immer wieder täglich abspielt.