Künstler

Monika Brenner

"Gespiegelt"

Papier geklebt, Sand, Wachs ca. 25 Halbkugeln, Durchm. ca. 28 cm, 1997/2009

"Material spielt für mich eine wichtige Rolle. Diese eher sinnlichen Erfahrungen führen zu Arbeiten, die Material und Idee verschmelzen. Vor allem die Herstellung von Papier, Schöpfen, Gießen, Kleben gaben vielfältige Anstöße." - Monika Brenner

Ein großes dunkles Bollwerk, einst monumental und uneinnehmbar scheinend, heute teilweise zerstört und ohne Bestimmung zurückgelassen. In neuen Zusammenhängen erfahren wir noch die Ausstrahlung seiner monströsen Ausführung. Das hat mich zu meiner Arbeit inspiriert.
Ein Idee weiter führen, ihre Tiefen ausloten, das Material zum Sprechen bringen, diese Möglichkeit habe ich auf gegriffen um meine Aspekte von laut und leise sichtbar zu machen.
Eine größere Anzahl halbkugeliger Papiermascheeschalen, sie sind dünnwandig und zerbrechlich. Mit schwarzem Wachs ausgegossen, bilden sie ein Stück Unendlichkeit. Indem ich Wasser einfülle, entsteht ein Spiegel, Endlichkeit.
Wir schauen in diesen Spiegel, unser Bild zeigt uns unsere ganz persönliche Zeit, ein intimer Augenblick. Vielleicht verweilen wir nur einen kurzen Moment. Diese Stille wird jäh unterbrochen. Lautes Geräusch wird von außen herein geschwemmt, unfreiwillig und unausweichlich, Bewegung. Mit einem Mal ist der Spiegel zerbrochen. Sind wir nun erlöst?