Künstler

Monika Radhoff-Troll

"African Dinner"

Mixed media; Acryl, afrikanische Erde, Sand auf Objekten, 120 x 120 x 113 cm, 2008

"Die Tischkultur steht exemplarisch für das Ausschöpfen der Ressourcen anderer Länder. Mit afrikanischer Erde beschichtet, erscheint die Installation als stilles Tête-à-Tête und lädt den Rezipienten zu einem nachdenklichen Mahl ein." - Monika Radhoff-Troll

Nahrungsaufnahme ist für alle Menschen Bestandteil des Lebens; das gemeinsame Essen an einem gedeckten Tisch wird in der Installation "African dinner" thematisiert. Abhängig von wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen finden Mahlzeiten sehr unterschiedlich statt. Wo Menschen sich glücklich schätzen Essbares zu besitzen, spielt die Art und Weise der Essensaufnahme eine untergeordnete Rolle.
Die gehobene Tischkultur, sowie die daran gekoppelte Lebensweise entspricht dem Bedarf an Ressourcen, die wir zur Herstellung der erforderlichen Konsumgüter und Lebensmittel benötigen. Schon lange lässt sich dies nicht mehr mit unseren eigenen Energiereserven bewältigen.
Wieder findet eine Art Kolonialisierung auf dem afrikanischen Kontinent statt - Industrieländer decken dort ihren Bedarf an Ressourcen. In großem Stil wird Land aufgekauft und es werden Verträge geschlossen, die keine Rücksicht auf Bevölkerung oder Umwelt nehmen. Habgier und Machtstreben führen zusätzlich zu weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen. Zurück bleibt ein ausgebeuteter Kontinent, eine notleidende Bevölkerung und ein Flüchtlingsstrom, der unter menschenunwürdigen Bedingungen versucht zu überleben.