Künstler

WolfRabe

FJK-Mitglied

"Flieg. Engel. Flieg."

Installation mit Klangarrangement von Frank Witte, Mixed Media, 2009.

"FLIEG. ENGEL. FLIEG. Kreuz ohne Gekreuzigter? Engelshaar ohne rettender Engel? Unerhörter Tanz ohne sichtbare Bewegung?" -WolfRabe

Kreuz. Dornenkrone. Nägel. Vom Gekreuzigten keine Spur. Einzig ein kleiner Papierflieger verweist - wie öfter bei WolfRabe - auf die Gefallenen der Twin Towers von 9/11.
Beim Blick in die Tiefe: ein hölzernes Rechteck. Dornenumrankt greift es den Brückenturmgrundriss und die Kreuzigungsthematik auf. Tief unten eine Vielzahl von Knochen, regungslos in der Schwebe. Sie hängen an goldenen Fäden. Einfallendes Licht färbt sie golden, Engelshaar gleich.
Eben noch regungslos verharrend versetzen eingespielten Klänge von Tönefänger Frank Witte die Knochen in hörbare Schwingung - Ton und vorgestellte Bewegung zu einem unerhörten Tanz verdichtend. Sind es unerlöste Seelen, die da gepeinigt auf und ab springen? Oder wir, die Lebenden? Wer sich bei so viel Pein lieber abwendet, trifft auf ein Schild: Exit. Hält uns der Künstler da einen Ausweg offen?
Ich frage mich: Hatte der verzweifelte Tanz nicht auch etwas Helles, anmutig Lustvolles? Ein winziges Engelchen in der Kreuzaufhängung nährt die Hoffnung, im Dunkel von WolfRabes Werk das Lichthafte zu erkennen. Und deutet der zur Friedenstaube taugende Papierflieger nicht den Weg an, wie sich alles Selbstzerstörerische ins Positive wenden ließe?
Gedanken zum Werk aufgeschrieben von Dorothea Schmitz

www.wolfrabe.com